Wie in allen Disziplinen des Marketings, ist auch in der Welt der Markenführung ‚digital‘ das neue Mantra. Auch die Strategenzunft diskutiert, wie die Markenführung digitaler werden kann – und ob sie das überhaupt muss. Wie sieht eine Strategieagentur das Thema? Wir haben unserem Geschäftsführer Klaus Schwab vier Fragen zur Perspektive von diffferent auf dieses Thema gestellt.
Klaus, wie sieht diffferent das? Wie hat sich das Bewusstsein der Strategieagentur im digitalen Zeitalter verändert – oder verändern müssen?
Digitale Touch Points sind essentiell im Marketing-Mix, das wird niemand bestreiten. Aus der Arbeit mit diesen Touch Points entsteht der Begriff ‚Digitale Markenführung’. Wir bei diffferent finden den Begriff irreführend, denn er suggeriert, dass Marken in Sachen digital separat geführt werden müssen. Aufgrund traditioneller Organisationsstrukturen sowie zu wenig Integration der Verantwortungsbereiche gibt es bei vielen Marken de facto auch eine große Kluft zwischen der Markenführung in der analogen Welt und der im digitalen Raum.
Die Menschen unterscheiden jedoch nicht zwischen Markenkontakten die digital und solchen, die analog stattgefunden haben. Ihr Markenbild setzt sich aus der Gesamtheit aller Dialoge zusammen. Damit dieses Bild stimmig ist, muss die Markenführung nicht ghettoisiert, sondern übergreifend stattfinden. Sagt sich theoretisch leicht, ist aber inhaltlich und organisatorisch eine große Herausforderung. Und genau dabei unterstützen wir unsere Kunden.
Und darum spricht diffferent von ‚Markenführung im digitalen Zeitalter’ statt von ‚Digitaler Markenführung’? Klingt ein wenig umständlich!?
Mag sein. Aber uns ist es wichtig, genau diesen feinen Unterschied zu betonen. Markenführung muss heute alle Möglichkeiten und Risiken des digitalen Zeitalters kennen, um die zur Marke passenden Aktivitäten und Touch Points auswählen sowie im Gesamtkonzert einsetzen und vernetzen zu können. Markenführung im digitalen Zeitalter kann übrigens auch mal heißen, dass man zu dem Ergebnis kommt, für eine bestimmte Marke oder einen bestimmten Zweck keine digitalen Touch Points zu brauchen. Entscheidend ist, dass es keine Denkverbote gibt – in beide Richtungen. Und zum Begriff, falls jemand einen ähnlich präzisen, aber handlicheren Vorschlag hat, herzlich gerne! Mehr